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Susan
Malekpur-Shirazi
Früh übt
sich...
Im sportlichen
Bereich hat sie selbst ganz klassisch angefangen
und sich im Alter von bereits 3 Jahren dem Kinderturnen
gewidmet und später zum Kunstturnen gewechselt.
Zwei Sachen waren aber immer ein Bestandteil ihres
sportlichen Daseins: Wettkampfeifer und Vielseitigkeit.
"Ich habe mit 5 Jahren schon die ersten Wettkämpfe
gemacht und parallel noch andere Sportarten betrieben,
wie z.B. Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis.
In jungen Jahren ist man sportlich vielseitiger
interessiert. Mit ca. 10 Jahren habe ich dann
angefangen, Handball zu spielen", sagt Susan.
Dieser harte Sport hielt sie dann auch 8 Jahre
lang gefangen und sie glich die mangelnde Körpergröße
- Susan ist 1,65 m groß - durch Schnelligkeit
aus. Recht früh kristallisierte sich dort
auch ihr Talent, andere Menschen zu leiten, heraus,
sie war Spielführerin im Handball und dort
die "rebellische" Anführerin beim
Wunsch nach Krafttraining. "Die Männer
gingen immer in den Kraftraum und für die
hohen Anforderungen im Handball hatte ich mit
14 auch den Wunsch, an meiner Kraft zu arbeiten,
was uns aber verweigert wurde. Früher hat
man geglaubt, dass sei nicht gut für einen
Körper im Wachstum. Dem mussten wir uns damals
leider beugen, wenn auch ungern", erinnert
sich Susan, die wohl damals schon spürte,
wie wichtig es ist, die unterstützende und
stabilisierende Muskulatur zu trainieren.
Im Alter von 16 Jahren hat
sie sich dann selbst im Fitness-Studio angemeldet
und gleich mehrere Sportarten parallel betrieben,
bis sie bereits mit 18 Trainerin im Studio wurde.
"Das war eigentlich Zufall, ich war immer
in Gruppenkursen dabei und bin dann irgendwann
mal als Ersatz eingesprungen. Ich war zwar nie
so ein Fan von Aerobic-Kursen, denn es macht zwar
viel Spaß, aber die Effektivität steht
meiner Meinung nach im Hintergrund. Ich wollte
damals schon mehr Wirksamkeit im Training und
habe langsam angefangen, meinen eigenen Unterricht
aufzubauen und durchzuführen, heute ist Body-Force
ganzheitlich ausgereift und bis aufs i-Tüpfelchen
durchdacht", erklärt sie.
Auf zu neuen Ufern
Aus privaten Gründen und wegen ihrer Studienpläne
ist Susan dann von Heidelberg nach Bayern gezogen,
hat in einem Sportshop in München als Geschäftsführerin
gearbeitet und als Trainerin in vielen Münchner
und Oberland Studios ihr eigenes Programm weitergeführt.
Ihr Engagement für effektives Training brachte
sie schließlich dazu, Tests in ihre Arbeit
einzubringen, um die Effektivität ihres Unterrichts
an Teilnehmern unterschiedlicher Altersklassen,
Gewichtsstufen und Fähigkeiten zu überprüfen
(Leistungstests, d.h. welcher Zyklus bringt was,
in welcher Zeit). "Ich habe u.a. auch die
Blutgruppendiät erprobt, obwohl ich zunächst
nicht überzeugt davon war. Auch wenn ich
mich nicht strikt nach den Ernährungsvorschriften
für die Blutgruppen richte, kann ich mittlerweile
doch einschätzen, welcher Typ Mensch im Personal
Training auf mich zukommt und wie belastbar er
ist, wie gut er sich von Haus aus ernährt",
erklärt Susan.
Wettkampfambitionen
Während der FIBO in Essen konnte sie - damals
21 Jahre alt - erste Kontakte in Richtung Wettkampf
knüpfen, denn sie wurde dort von Lutz Wilke,
damaliger Mr. Universum, angesprochen, ob Interesse
an Wettkämpfen bestünde. Sogar Marla
Duncan, eine sehr bekannte Fitness-Athletin aus
den USA, bestätigte ihr Talent und ihre Voraussetzungen,
aber Susan selbst war der Meinung, zu zierlich
zu sein, zu wenig Muskeln zu haben. Zurück
in den eigenen vier Wänden ließ sie
der Gedanke nicht mehr los, schließlich
hatte sie in der ganzen Zeit in München keine
Wettkämpfe mehr gemacht. "Das Training
war für mich kein Problem, aber ich muss
sagen, dass ich bei meinem ersten Wettkampf vor
allem mitgemacht habe, um zu testen, ob ich diszipliniert
genug bin, die Diät durchzuhalten. Ich wusste
damals, dass ich zu wenig esse und meine Ernährung
nicht perfekt ist (ich wog damals 47 kg). Das
ist schließlich die Kunst beim Wettkampf,
dass du den richtigen Weg herausfinden musst,
dich zu formen und das hat mich wirklich gereizt",
erinnert sich Susan.
Ihr Bühnendebüt
war das Jahr 1994 und sie hat auf Anhieb bei allen
regionalen Meisterschaften den Klassen- und Gesamtsiege
für sich verbuchen können. Zwei Jahre
später, 1996, ist sie dann schon international
gestartet und musste zunächst Lehrgeld zahlen.
"Ich war natürlich verwöhnt von
meinen Siegen und sehr enttäuscht, nicht
gleich erste Plätze zu belegen. Dennoch war
ich direkt vorn mit dabei, stets unter den besten
10 der Welt. Bei meiner ersten WM wurde ich Achte
und war damals total enttäuscht - heute weiß
ich, wie toll die Leistung war", sagt Susan
lachend. Sie hat dann noch an einigen Miss World-Wettkämpfen
mitgemacht und konnte als bestes Ergebnis einen
dritten Platz mit nach Hause nehmen, bevor Sie
1998 eine Wettkampfpause begann, die bis 2001
anhielt. In dem Jahr startete sie gleich wieder
richtig durch und wurde Vize-Weltmeisterin. "Während
der Wettkampfpause konnte ich die Leute finden,
die auch heute in meinem Team arbeiten. Wir sind
mehr ins Detail gegangen, haben intensiver gearbeitet
und unsere Erfahrungen verbunden, um Perfektion
anzustreben", erklärt Susan, die im
gleichen Jahr auch noch Vizeweltmeisterin und
sogar den Titel Miss Universum gewinnen konnte.
Im letzten Jahr schaffte sie es unter enormem
Druck, sich als amtierende Miss Universum den
Weltmeistertitel zu holen. Sie hatte nur sechs
Wochen Zeit für die Vorbereitung, stand unter
großem Leistungsdruck und wurde mit jährlich
wachsendem Leistungsstandard konfrontiert. Das
scheint eine Ausnahmeathletin wie Susan nur noch
zu höheren Leistungen zu motivieren. Zu ihrer
großen Ehre wurde sie sogar zur Sportlerin
des Jahres gewählt.
In diesem Jahr wird sie
ihren Universum-Titel im Juni verteidigen und
hat dafür gerade mit der Vorbereitung angefangen.
"Es ist immer auch eine Frage des Sponsoring,
da wir den Wettkampfsport auf einem sehr hohem
Niveau betreiben und Perfektion anstreben, was
eine Kostenfrage ist. Natürlich würde
ich gern auch den WM-Titel verteidigen, aber eine
Teilnahme kann ich jetzt konkret noch nicht bestätigen.
Ich bin derzeit die Nr. 5 in der Weltrangliste
und ich würde schon gern meine Titel verteidigen.
Allerdings spornt es mich noch mehr an, zu sehen,
wie viel Prozent Verbesserung noch aus meinem
Körper rauszuholen ist."
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